28.12.2011 - Blutspendeaktion Hattenhofen
- Blut spenden in der Aula der Schule.
Bitte antreten zum Anzapfen
Es ist eine der leisesten, gleichzeitig auch eine der wichtigsten Dienste für die Mitmenschen - die Blutspende. Mehrmals im Jahr rückt die DRK-Ortsgruppe Hattenhofen aus und „piesakt“ Menschen, die freiwillig kommen.
SABINE ACKERMANN
Hattenhofen. Jede Minute werden in Deutschland 10 ½ Blutspenden benötigt, das sind pro Tag rund 15.000 Blutkonserven. Immerhin 192 dieser 500-Milliliter-Beutelchen konnten vorgestern dank der freiwilligen Spender, davon hatten 16 sogar Premiere, an den DRK-Blutspendedienst weitergeleitet werden. „Ein tolles Ergebnis. Bereits kurz nach Beginn bildeten sich die ersten Schlangen und selbst abends waren noch etliche Leute da“, freut sich Bereitschaftsleiter Andreas Pfeiffer, der seit 1995 im DRK-Ortsverein Hattenhofen dieses Amt ausübt. Dazu gehören ferner 30 weitere Aktive und ebenso viele Kinder- und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 18 Jahren. Die ersten drei Termine liegen schon seit 1963, 1970 und 1971 zurück. „Erst nach 35 Jahren, am 23. Dezember 2006 startete der Ortsverein wieder eine solche Aktion, viermal in Folge und ausschließlich am Tag vor Heiligabend“, erinnert sich der DRK-Mann. Doch seit letztem Jahr finden in der Voralbgemeinde zweimal jährlich Blutspende-Aktionen statt. Im August stehen die Liegen im eigenen Domizil in der Schützenstraße und im Dezember wird in der Schulaula aufgebaut. Auf drei bis vier Ärzte und rund 20 Helfer kann Andreas Pfeiffer zurückgreifen. „Abnahme“ ruft zum wiederholten Mal eine Stimme und es dauert nicht lange, bis eine ausgebildete Krankenschwester erscheint, einen prüfenden Blick auf die liegende Person mit einem netten „alles in Ordnung?“ wirft, das geschlossene Beutelsystem kontrolliert und schließlich die Nadel vorsichtig aus der Vene zieht. Nachdem die Frage „Pflaster oder Verband“ geklärt ist, geleitet ein fürsorglicher Jugendrotkreuzhelfer (ab 16 Jahre) den um ein ganzes Pfund erleichterten Spender in ein Klassenzimmer, welches kurzfristig zu einer Art Ruheraum funktioniert wurde. Dort ist entspannen angesagt, entweder liegend oder sitzend, jeder nach seiner Fassion. „Am besten, Sie halten ihren Arm nach oben, dann fließt das Blut runter und es gibt keine blauen Flecken“, wissen die Experten.
- Erwin Kurz bei der Blutabnahme.
Julia Zeller ist auf dem besten Wege eine derartige Fachfrau zu werden. „Das ist heute mein fünfter Einsatz bei einer solchen Aktion“, verrät die 17-jährige aus Sparwiesen, die seit zwei Jahren die tolle Gemeinschaft beim Jugendrotkreuz spitze findet. Blutspende-Profi Erwin Kurz macht seinem Namen alle Ehre und kürzt die empfohlene „Zehn-Minuten-Pause“ meistens ab. „Heute war mein 51mal“, sagt er und hat dabei seiner Frau Sigrid einige Nadelstiche voraus. Für das rührige Hausmeisterehepaar ist es selbstverständlich in ihrer Wirkungsstätte gemeinsam zum Aderlass zu gehen. Theoretisch kann der 64-jährige Hattenhofer noch 24mal, dann ist er 68 und „darf“ sein Blut behalten. Schade, denn das DRK braucht dringend die lebensrettende Flüssigkeit. „Von 82 Millionen Bundesbürgern spenden nur 2,3 Prozent Blut. Der Blutbedarf steigt täglich, doch die Spendenbereitschaft sinkt“, weiß Andreas Pfeiffer und vermutet, dass Angst, Bequemlichkeit, Unwissen sowie Zeitgründe den Ausschlag geben, warum so viele die unentbehrliche Hilfe scheuen. Trotz allen technischen und medizinischen Fortschritts, sei der "Saft aller Säfte" immer noch nicht künstlich herzustellen. Die Medizin sei folglich nach wie vor auf echtes Blut angewiesen.
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